Gemeinde Dürnau

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Geschichte von Dürnau

Zeittafel der Gemeinde Dürnau

Nachstehend eine kurze Übersicht der Geschichte von Dürnau von 1275 bis 2001.

1275
wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsnahme leitet sich vermutlich von einem Turm ab, der im Mittelalter zum Schutz der hier vorbeiführenden Heerstraße errichtet worden ist.

13. Jahrhundert
Nach dem Ort nannte sich das Geschlecht der Dürner.

1428
verkaufte diese Familie, die wenige Jahrzehnte später ganz ausstirbt, einige Güter in Dürnau an die Grafen von Württemberg. Schon 1339 war dieses Haus in den Besitz eines Großteils von Dürnau gelangt.

Um 1450
waren die Ritter von Zillenhardt, deren Stammburg nicht weit von hier, im Wald zwischen Schlat und Eschenbach stand, in Dürnau begütert.

1479
verkauften die Grafen Ulrich und Eberhard von Württemberg ihrem Landhofmeister Wilhelm von Zillenhardt das Dorf Dürnau und den Weiler Gammelshausen. Die Burg, welche wohl noch aus den Zeiten der Dürner von Dürnau hier stand, wechselte mehrmals den Besitzer.

1583
Errichtung der ev. Pfarrkirche. 1991 wurde sie erneuert. 1952 und 1968 waren in ihr Wandmalereien aus der Zeit um 1500 aufgedeckt worden.

1623
Mit Wolf Niklas von Zillenhardt starb die Dürnauer Linie des Geschlechts aus. 30 Jahr zuvor hatte die Schwester von Wolf Niklas den Freiherrn Konrad von Degenfeld geheiratet. Dadurch wurde diese auf Burg Hoheneybach seßhafte Familie Nachfolger der Dürnauer Ortsherrschaft.

1618-1648
Im Dreißigjährigen Krieg kämpfte der jüngste Sohn Konrads von Degenfeld, der im Jahr 1599 in Eybach geborene Christoph Martin von Degenfeld, in den Heeren Wallensteins und Tillys, um im Jahre 1632 auf die Seite der Protestanten überzugehen und als Obrist in der Armee Gustav Adolfs von Schweden ruhmvoll zu fechten.

1634
Die Schlacht von Nördlingen brachte ihn jedoch auch um seine ererbten Besitzungen in Dürnau und Eybach. Die beiden Schlösser an diesen Orten brannten teilweise nieder. Christoph Martin trat anschließend in französische Dienste.

1642
folgte er einem Ruf der Republik Venedig. Venedig stand um diese Zeit im Krieg mit den Türken. Als Generalgouverneur von Dalmatien und Albanien schlug er in den Jahren 1642 bis 1649 die Türken in mehreren Schlachten und erorberte sieben Festungen in Griechenland. Aus seinen Kriegszügen brachte er auch den Halbmond mit, der noch heute die Spitze des Dürnauer Kirchturms ziert und zum Wahrzeichen der Gemeinde geworden ist.

1653
Am 13. Oktober starb Christoph Martin und wurde in der Dürnauer Kirche beigesetzt.

1684
fielen Burg und Dorf an Kurbayern,

Ritterpaar

1711
wurden sie von Degenfeld wieder zurückerworben.

1806
kam Dürnau an Württemberg und wurde dem Oberamt Göppingen angegliedert.

1845
wurde das Schloss, außer einigen Wirtschaftsgebäuden, größtenteils abgebrochen.

1926
Mit der Einweihung der Bahnlinie Göppingen-Boll, an die auch Dürnau angeschlossen wurde, erhielt der Ort eine bequeme Verbindung zum Industriezentrum im Filstal. Aus dem Bauerndorf wurde eine Arbeiterwohngemeinde mit bäuerlichem Einschlag.

1947
Die Firma Gral-Glas-Werkstätten Göppingen errichtet außerhalb Göppingens eine zweite Glashütte in Dürnau.

1955
wurde die gemeinsame Volksschule der Gemeinden Dürnau und Gammelshausen fertiggestellt, die als Grundschule weitergeführt wird. Die Gral-Glashütte wird endgültig von Göppingen nach Dürnau verlegt. Firmennanme jetzt: Gral-Glashütte GmbH, Dürnau

1963
Errichtung der kath. Kirche

1964
Errichtung des ev. Gemeindehauses

1965
Bau der Kornberghalle als Turn- und Festhalle mit Hallenbad

Dürnau und Umgebung
Detail Rathaus

1971
wurde der Kindergarten „Sausewind“ erstellt.

1982
wurde das Sport- und Freizeitzentrum Dürnau-Gammelshausen seiner Bestimmung übergeben. Im März Konkurs der Firma Gralglas und Bildung einer Auffanggesellschaft

1988/89
Die Bundesbahn hat den Personennahverkehr und Güterverkehr auf der seit dem Jahre 1926 bestehenden Bahnlinie nach Göppingen stillgelegt.  Der öffentliche Personennahverkehr wird durch Busse gewährleistet.

1991
Der internationale Rat für Vogelschutz zeichnete die Streuobstwiesen entlang des Albtraufs mit dem Prädikat „International bedeutsames Vogelbrutgebiet“ (IBANr. 108) aus.

1992
wurde das aus dem Jahre 1562 stammende Rathaus saniert und erweitert.

1992-1994
wurde die gemeinsame Grundschule zur einer 2-zügigen Schule ausgebaut.

1995
konnte in der Frühlingstraße der neugebaute Kindergarten „Regenbogen“ den Kindern übergeben werden, außerdem wurde das Glasmuseum mit Produkten der ehemaligen Firma Gralglas eingeweiht. Endgültiges Aus für die Glasproduktion in Dürnau. Ein Teil der Firmengebäude wird abgebrochen.

1996
Bezog die freiwillige Feuerwehr das neue Feuerwehrgerätehaus, die Gemeinde errichtete barrierefreie altersgerechte Wohnungen und dank der Stiftung „Bürkle“ eine Begegnungsstätte.

1999
Abschluss der Sanierung des Marstalls mit Torhaus zur Nutzung für Geschäftseinheiten und Glasmuseum. Kornberghalle - 1. Bauabschnitt der umfangreichen Sanierung.

2000
Neugestaltung der Ortsmitte in der Bahnhofstraße mit Schlossplatzgebäuden und Sanierung von Teilen der Schlossbrücke und Schlosskeller.

Feuerwehrgerätehaus mit Seniorenwohnanlage
Sanierter Schlosskeller

2001
Kornberghalle - 2. Bauabschnitt, Fertigstellung, Silbermedaille im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft, 1999 - 2001".

2003-2009
Gemeindeentwicklung mit drei neuen Baugebieten. Ausbau Infrastruktur durch intensive Straßen- und Kanalsanierung.

2010-2012
Ergänzung des schulischen Angebots der gemeinsamen Grundschule zur offenen Ganztagesschule mit Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung.
Neubau der Schulmensa.
Auszeichnung: Familienfreundliche Gemeinde

2013-2014
Neubau Kinderkrippe mit neuem pädagogischem Konzept: das Kinderhaus "Haus der kleinen Füße" entsteht.
Im Bereich der Ortsdurchfahrt (K 1446) werden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die "neue Ortsmitte Süd" entsteht.

2014
Die Grundschule wird in der Form einer Ganztagesschule in Wahlform geführt.

Krippenneubau
Kinderhaus

Dürnau nach dem 30-jährigen Krieg (1650 - 1681)

Einblicke in das Leben in einem ritterschaftlichen Dorf von Manfred Wolfhard als PDF-Datei zum Download.

Fassung vom 22.07.2007 (1.170 KB)

Alle Rechte Vorbehalten. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Veröffentlichung und Verbreitung auch auszugsweise, nur mit Zustimmung des Autors. Bei Interesse an der Verwendung des Textes oder seiner Teile wenden Sie sich bitte an die Gemeinde Dürnau, Hauptamt, Herr Bärtle (Fon: 07164 91010-13, E-Mail)

Dürnauer Schicksale

"Leben - Lieben - Leiden in einem reichsritterschaftlichen Dorf im 17. und 18. Jahrhundert"

von Manfred Wolfhard

In seinen bisherigen Forschungen im Dürnauer Gemeinde-Archiv und in den Kirchenbüchern traf der Autor immer wieder auf Dürnauer, deren Leben einen Einblick in die Lebensverhältnisse der Vergangenheit geben. Diese Schicksale hat er in einem Büchlein zusammengefasst.

Das Buch ist beim Rathaus Dürnau zum Preis von 19,90 Euro erhältlich.

Derweil bietet der Autor unter dem folgenden Link eine umfangreiche Leseprobe als E-Paper an: http://issuu.com/dignus.de/docs/duernauer_schicksale_leseprobe?e=4448162/8350477